Amélie * Der beißende Gestank des fremden Rudels kitzelte den kräftigen und muskuklösen Rüden in seiner Schnauze und sein feiner Geruchssinn fühlte sich tief ihm Herzen gestört. Ein angewiederter Laut drang aus der Kehle des imposanten Rüden und er entzog sich seiner Kauerstellung. Ingratus nahm den Geruch einer Fähe auf und beobachtete das schmale, gar ein wenig ausgehungerte Leib des Weib, wie es sich elegant auf ihn zubewegte und ihn längst ins Visier genommen hatte. Sein fremder Geruch hatte sie wohl alamiert, dennoch breitete sich keinerlei Panik in dem Innern des neuernannten Königs aus. Der Stolz war in all seinen Gliedern seines Körpers zu erkennen und ein zufriedenes Grummeln ertönte kurze Zeit aus seinem Munde. Bevor die Fähe dem Rüden zu Nahe treten konnte, leckte er sich noch das angetrocknete Blut vom Maul, welches von seiner letzten Mahlzeit herrückte, denn wollte er keineswegs beschuldigt werden, Nahrung von dem Gebiet des fremden Rudels gestohlen zu haben.
Fixierend hatte sich der eiserne Blick des Rüdens auf die Gestalt der Fähe gelegt, die in jenem Rudel das Zepter in der Hand hielt -höchstwahrscheinlich. Mit gespitzten Ohrmuscheln lauschte er ihren Worten und hatte sein Augenmerk auf ihr makelloses Gesicht gelegt. »Ich wollte nur verkündgen, dass die Gorski Dukhove wieder unter der Leitung eines Königs stehen und zwar nicht unter der Leitungs eines dahergelaufenen Königs, nein, ich bin der Sohn des alten Rudelführers.« Weiteres Geschwätz wollte Ingratus nicht auftischen und so brach wohl mitten im Satz ab, wollte nichts sagen von wegen er trug jenen Titel in Ehren, denn seine Gefühle gegenüber dem Posten als König konnte der Rüde noch nicht ordnen und musste sich erst in einer stillen Minute darüber klar werden, bisher jedoch verharrte er noch in der Gegenwart der Fähe und wartete geduldig auf eine Antwort von ihr ab, solange musterte er ihren zierlichen, reizenden und zugleich kräftigen Körper.